mb-today.de: OEKO DIALOG

Rainer Dyckerhoff: Antwort auf J.J. Korff vom 10.02.26: Erkenntnisphilosophie und dialogische Philosophie im Gespräch

Antwort auf die Mail von J. J. Korff am 10.2.26, von RD am 1.3.26: ((Dies in Klammern, d.h. evtl. nicht zur Veröffentlichung: Der Beitrag als Ganzes fühlt sich für mich tendenziell etwas polemisch an, – oder liegt das nur an der gewissen saloppen Formulierungsweise? – schließlich irritiert mich jedenfalls das Wort „Betonköpfe“, insbesondere im Zusammenhang mit dem Text zuvor und der Kritik an „Allvertretungsansprüchen“; daher: ist es nicht anmaßend mit implizitem Rechthaben, andere Menschen „Betonköpfe“ nennen zu können?)).

  • In dieser Fassung lasse ich es gern bei der von RD gewählten Formulierung, und zwar weil im lebendigen Gespräch dem Ton eine elementare Bedeutung zukommt, die überhaupt nicht abwertend sein muss. Dies Empfinden beim Hören/Lesen auszudrücken, ist allerdings auch eine Frage der Ehrlichkeit/Offenheit (JPK).

Aber zur Sache; ich möchte mich beziehen auf die Thematik Natur in der Textstelle „Die Natur als Subjekt der Kommunikation wirft Fragen auf. … Wer die Menschen für einen Teil der Natur hält wie ich, für hilfsbereite Affen … , der kann kaum annehmen, dass sich jemand an uns rächen wird. Doch auch diejenigen, die vermeintliche Motive „der Natur“ zu ihren eigenen machen und als Anwälte der Eisbären gegen die Anwälte der Ölkonzerne in den Ring steigen, könnten einem Denkfehler zum Opfer gefallen sein. Sie haben weder die Eisbären noch die Wespenspinnen gefragt, was sie tun sollen. Die Wespenspinnen würden wahrscheinlich antworten: „Es wird wärmer in Mitteleuropa? Das haben wir gemerkt und sind eingewandert. Wo ist das Problem?“Nun, die Natur wird sich nicht „rächen“ in emotionalem menschlichen Sinne, aber sie ist lebendig und auch kausallogisch-folgerichtig unterwegs – und sie wird REAGIEREN. Und allerdings kann die Wissenschaft Dinge und Entwicklungen auf Basis von erkannten Naturgesetzen und chemischen Zusammenhängen herausfinden und auf dieser Basis auch Folgen und Entwicklungen prognostizieren, – beispielhaft auf JJK’s Text bezogen: Die Durchschnittstemperatur der Erde WIRD wärmer werden durch fortgesetzte CO2-Erzeugung durch Verbrennung aller Arten wie bisher. Und dadurch werden auch Pflanzen und Tiere reagieren, und Menschen werden unter größerer Hitze leiden in zunehmend mehr Gebieten auf der Erde.Im Rahmen von Entstehung und Aussagen der „Erkenntnisphilosophie“ – insbesondere einer ihrer Kernaussagen „Wahrheit = wirklichkeitsgemäße Erkenntnis“ – kann ich darauf bestehen bzw. vertrauen, dass der Mensch im Bemühen um „wirklichkeitsgemäße Begriffe“ – und dies auch mittels ernsthaft-aufrichtiger Wissenschaft – wahrheitsfähig ist; und insofern ist er auch fähig zu berechnen und also vorauszusehen, DASS es wärmer werden wird und schließlich für viele Lebewesen auch ungemütlich bis hin zu lebensgefährlich. Denn wir Menschen betreiben eine so rapide Erderwärmung, wie es sie in der ganzen Erdgeschichte in dieser Schnelligkeit noch nicht gegeben hat – außer bei erdgeschichtlichen Katastrophen wie extrem-große Meteoriteneinschläge und Vulkanexplosionen, – daraus der logische Schluss: Also betreiben wir selbst eine Katastrophe. Und das ist statistisch – also auch wieder durch die Wissenschaft – m.E. eindeutig belegt, nämlich z.B. durch die beunruhigend hohe Anzahl aussterbender Pflanzen- und Tierarten. Die Katastrophe IST im Gange, mehr oder weniger schleichend, – „Apokalypse läuft“ sagen manche, und das nicht nur durch das CO2-Problem, vielmehr auch durch permanent zunehmende Vergiftung durch natur-fremde Stoffe aller Arten, durch Naturverdrängung und -vernichtung wie Waldrodungen, usw. – Übrigens, die Mückenpopulation könnte auch weiterleben da, wo sie zur Zeit ist, aber die Eisbären ohne Meereis am Nordpol nicht, – diese Parteinahme also doch auch objektiv verständlich.Die Menschheit ist aus der Natur entstanden, ja, – als „hilfsbereite Affen“ sagt JJK; und insofern ist sie Teil der Natur; ja-ABER: Dann und da, wenn und wo der Mensch leider ENTFREMDET ist von der Natur, auch von seinen Mitmenschen bei mangelndem Mitgefühl (Stichwort „verstehendes Miterleben“) und insbesondere von seiner eigenen sozusagen ur-menschlichen Natur, also entfremdet von seinem eigentlichen menschlichen Wesen, da ist er eben leider aus der Natur „gefallen“, – ist nicht mehr Teil des Ganzen, das die Welt im Grunde eigentlich ist und in der letztlich alles mit allem zusammenhängt. – Dies hier nur skizzenhaft; Genaueres zur Thematik bzw. Tragik der Entfremdung des Menschen ist im Anhang 7.8 meines Buches dargestellt.Fazit: Den Menschen auf Augenhöhe begegnen – wofür JJK in seinem Beitrag gegen Ende plädiert – und die gemeinsamen Interessen betonen, statt andere Ansichten und Menschen abzuwerten durch besserwisserisches Polarisieren, das ist ganz wichtig und gut. Aber doch gibt es immer die PHÄNOMENE, die immer so sind wie sie sind, und darauf basierend Fakten und Tatsachen, die stimmen und/oder auch wissenschaftlich erforscht sind, – und es gibt Meinungen, „alternative Fakten“ und „Theorien“ aller Art, die eben nicht stimmen.