Oeko Dialog
So kann’s kommen: Da bewegt man sich monate, nein jahrelang, routiniert durch eine hehre Begriffswelt und dann machts bumm oder wow (je nach Muttersprache). Bei den einen schlägt es „wie eine Bombe“ oder es geht einem ein Licht auf. Nichts weniger als ein Schöpfungsakt. Dieser Akt, diese Bombe heisst: Oeko-Dialog. Alles drin in diesem Dialog: Die ganze Umwelt, das heisst, die ganze Welt. Kommunikation mit allem, was in der Welt ‚kreucht und fleucht‘, um dann ‚plötzlich und unerwartet‘ alles in neuem Licht erscheinen zu lassen.
Deshalb hat es nicht wenige Beiträge gebraucht bis der Oeko-Dialog nach diverser Annäherung auch bei mir mit voller Wucht eingeschlagen ist. Deswegen steht dieser Artikel ganz oben in der Kategorie Blog, in dem es ja um die letzten d.h. handlungsentscheidenden Gedanken geht. Während der zur gleichen Zeit notierte Titel (26.05.2025) Hass, Konkurrenz und Religion ganz unten in der Kategorie Moseskorb steht, wo wir ja mit unseren Resultaten Zug um Zug, Tat um Tat, gelandet sind. Religionen haben diverse Haltungen zur Umwelt. Die Umwelt-Spiritualität im Überblick: https://www.deutschlandfunkkultur.de/klimaschutz-religion-natur-100.html.
Ökologie wird im Judentum als Prozess (der Heilung) gedacht. „Gelehrte Rabbiner haben immer wieder darauf hingewiesen, dass damit die Aufgabe verbunden ist, am ethischen Prinzip des „Tikkun Olam“ – der Heilung der Welt – mitzuwirken.“ [….] Da fällt mir doch als gelernter Christ die Rede von der Bewahrung der Schöpfung ein. Bewahren aber hat etwas vom Erhalten, wie es ist. Das bedeutet, vom Ist-Zustand zumindest auszugehen. Heilung der Schöpfung dagegen ist ein Prozess wie Dialog, wie Kommunikation. Ein Kommunikationsprozess, der nirgends anfängt, nirgends aufhört. Menschen leben in Übergängen, unsere Lebensweise ist die des Übergangs, Menschen sind Übergangswesen, die Welt ist eine des Übergangs. Und so finden wir uns mitten in einem dialogischen Welt- und Lebensprozess wieder. Da braucht es keine abgehobene Esoterik. Wir sind mittendrin, in der Natur, im Kommunikationsgeschehen, werden angesprochen. „Bruder Sonne“, „Schwester Mond“ sind keine romantischen Phrasen sondern Gesprächspartner und längst nicht auf den Sonnengesang des Franz von Assisi beschränkt. Quintessenz des Oeko-Dialogs: Es geht ums „mit“, weniger ums „für“. Alles ist in der Lage, mit uns und zu uns sprechen. In der Vorstellung von Heilung- und Übergang steckt die Vorstellung der Natur als Gegenüber.