mb-today.de: OEKO DIALOG

Interreligiosität als Begleiter des Öko-Dialogs

Zukunfts- und Klima-Dialoge gibt’s heute zuhauf. Wenn nicht einer doch den Ton angibt, versammeln sich Gesprächspartner um die Themen Klima und Zukunft. Weitere Schwerpunkte sind: Wie miteinander ins Gespräch kommen? Wie ein solches Gespräch führen?

Deutlich weiter gefasste Perspektiven und Zielstellungen aber hat das, was wir gern und gern öfter Oeko-Dialog nennen. Hier geht’s nicht nur um Umwelt-Themen und was wir dafür in dieser Situation halten.  Auch die Dialogpartner sind Teil eben dieser Umwelt. Das Wort  Ökologie kommt vom griechischen ‚Haus‘, oder ‚Haushalt‘. Die „Lehre vom Haushalt“ forscht also zu den Beziehungen der Lebewesen zueinander sowie zu ihrer Umwelt.

  • Wie entwickelt sich das, wohin führt das fragen die diversen Zukunfts- und Klima-Dialoge ?
  • Wie entwickeln wir uns, wohin führt uns das, fragt der Oeko-Dialog ?
  • Das Gespräch kann face to face oder in der Gruppe ablaufen
  • Kommunikationsfähigkeit entsteht meist über Ansprache (1) innere Zwiesprache (2) Reaktion (3)
  • Begegnung, ein Wort für Dialog, ist sogar ohne Worte, im Schweigen möglich (Buber, Ich und Du).

Ana Körs, Soziologin, sieht in Interreligiosität ein „komplexes Interaktionsfeld“ inter- und multireligiöser sowie „staatlich interreligiöser“ Teilnehmer auf lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Ebenen (Körs, Anna (2020): Interreligiöser Dialog: Erfolgsentwicklung oder Übergangsphänomen? In: HeinrichBöll-Stiftung (Hrsg.): Dossier „Religiöse Vielfalt. Wege zu einer gleichberechtigten Teilhabe“. Online abrufbar unter https://heimatkunde.boell.de/de/2020/12/17/ interreligioeser-dialog-erfolgsentwicklung-oder uebergangsphaenomen )

Wie selbstverständlich wird aus Dialog, ein Oeko-Dialog und daraus schliesslich ein interreligiöser Dialog. In diesem Zusammenhang kritisiert Ana Kors nicht nur eine Beschränkung des IRD, des interreligiösen Dialogs, auf die „Big Five“ Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus und Buddhismus (ebenda). Damit nicht genug: Die Autorin plädiert darüberhinaus sogar für die Einbeziehung der „Säkularen“, die keine Religionszugehörigkeit aufweisen in den Dialog und begründet dies mit der Zunahme des „säkularen Umfelds“, die den Dialog Religiöser mit Nicht-Religiösen zunehmend erfordere. Ausschlaggebend ist die Hoffnung, dass sich mit dem IRD, dem interreligiösen Dialog, in einer „Übergangsphase“ befindet zu einer Gesellschaft, in der religiöse Prägung nicht länger identitätsbestimmend ist, sondern nurmehr Faktor „multipler Zugehörigkeit“ unter anderen ist (ebenda). In der Realität wissen wir das längst: Nicht das, was eine/r an Definitionen und Konfessionen von sich gibt, sondern wie glaubwürdig er ist, entscheidet.