Werte Leser von mb-today.de
Dieser Blog hat es mit interreligiöse Ansätzen in der Ökologie zu tun. bei vielen Begriffe, die ein „inter“ in sich oder vor sich hertragen, hat man sich darüber verständigt, wie die zu verbindenden Hauptbestandteile wahrgenommen, begriffen und eingeordnet werden.
Immer mehr Menschen engagieren sich in der Ökologie und im Umweltschutz. Sie tun dies mit ihren Motivationen und Hintergründen. Nicht wenig davon sind religiös fundiert und grundiert. Das gilt auch dann, wenn wir uns dessen gar nicht mehr bewusst sind.
Wahrscheinlich fällt auf, dass ich Inter-Religiosität entgegen der Rechtschreibregeln mit Bindestrich schreibe. Warum? Bei vielen Begriffen, die ein „inter“ in oder zwischen sich tragen, scheint es mir angemessen, die zu verbindenden oder zu trennenden Hauptbestandteile deutlich wahrzunehmen.
Ein weiteres Beispiel wäre „Intersubjektivität“, die auch mit Fug und Recht einen Bindestrich beanspruchen kann. Das ist nicht untypisch auch für interreligiös Interessierte: Sie sehen einfach bestimmte Dinge anders. Und: Sie denken gar nicht dran, das zu ändern.
Oft genannte Beispiele: 1. Inter-Subjektivität 2. Inter-Personalität. Mein Beispiel: Inter-Religiosität
Bei „Inter“Religiosität ist zum Beispiel Einigkeit darüber erzielt worden, um was es geht, wie es einzuordnen ist, schließlich, was Religiosität heißt: Interreligiösen Akteuren geht es um Gemeinsames in Religion und Glaube.
Allerdings bestehen sie nicht weniger hartnäckig auf bislang unbeachteten oder unterbewerteten Gemeinsamkeiten, die Religiosität und religiöse Überzeugungen mitunter in ganz neuem Licht erscheinen lassen. Aber: Je grösser der Konsens, desto pointierter das Feindbild. Deshalb kommt der Blog auch nicht darum herum, das Verhältnis von Religiosität und Antisemitismus zu berühren. Mein Blog kreist sodann um das Verhältnis von Religiosität und Antisemitismus. Antisemitismus ist in vielen Fällen, so schmerzlich das ist, ein Erbe religiöser Traditionen. Wird Gemeinsames thematisiert, ist Abgrenzung nicht weit.
Antisemitische Feindbilder gehen bis in das körperliche Detail: Das Gesicht, die Haltung, der Gang. Ersparen Sie mir Details, ich bin ziemlich sicher, sie stehen uns vor Augen. Nicht zuletzt deswegen kam ich dazu, auch die positive Orientierung stärker zu personalisieren. Denn es sind ja Personen, die religiöse Haltungen und Überzeugungen verkörpern. Und vieles verliert, sobald es den Horizont der persönlichen Sphäre verlassen hat, seine Überzeugungskraft. Von Eifer, Empathie, Enthusiasmus ganz zu schweigen. Daher hat sich für meinen Blog über Gespräch und Dialog das (Zwie-) Gespräch mit einem wie Martin Buber angeboten, dessen gesamtes berufliches und privates Leben von der Auseinandersetzung über Gesprächsfähigkeit und Dialog geprägt war. Und zwar unter denkbar widrigen Umständen: Nationalismus, Rassismus und Verfolgung. In dieser Zeit war und blieb Martin Buber ein namhafter Pionier auch und gerade der Interreligiosität. Namhaft, vor allem deswegen, weil er als Philosoph und Intellektueller keinem Disput aus dem Wege ging. Ob es um Rassismus, Migration oder religiöse Perspektiven ging. Vor diesem Hintergrund versteht man besser, dass dieser Nährboden besonders fruchtbar ist, wenn es um Interreligiosität geht. In Wien geboren, in Lemberg (Ukraine) aufgewachsen, studierte Buber u.a. in Wien, Berlin, lehrte dann an der Universität Frankfurt und nach seiner Flucht (1938) an der von Jerusalem.